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Filmkritik "7 Göttinnen"

 

Pan Nalin: 7 GoettinnenAm 01. Juni fand im Kino in der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer Berg die Vorpremiere des indischen Kinofilms 7 Göttinnen statt. Mal nicht Mainstream, den müssen wir sehen, haben wir uns gedacht. Also auf nach Berlin an einem herrlichen Sommerabend.

Wer jetzt annimmt, dass es sich um einen Bollywood-Film handelt (weil man das ja fast automatisch denkt, wenn man „indischer Film“ hört), könnte nicht falscher liegen.

Der Film handelt von sieben Frauen, die sich in Goa treffen, weil eine von ihnen ihre Hochzeit plant. Dazu hat die Braut – Freida (Sarah-Jane Dias) – ihre besten Freundinnen eingeladen, obwohl sie (noch) nicht verraten will, wen sie heiraten wird.
Die Stimmung ist ausgelassen, die Frauen auch. Alles ist bunt und laut und sprüht vor Lebensfreude. Man schwelgt in Erinnerungen, zieht sich gegenseitig auf, hat viel Spaß miteinander. Überhaupt vermitteln alle Frauen den Eindruck, sehr modern und selbstsicher zu sein. Erst nach und nach kommen die verlorenen Träume und Wünsche ans Tageslicht, der tägliche Kampf um Selbstachtung und Selbstbehauptung, der ihnen viel abverlangt.
Da ist die Hausfrau Pam (Pavleen Gujral), die trotz brillantem Uni-Abschluss nicht arbeiten gehen darf, weil es ihr Mann nicht gestattet.
Oder die knallharte Geschäftsfrau Suranjana (Sandhya Mridul), die sich in der Männerwelt durchgesetzt hat – aber zu welchem Preis?
Oder die talentierte Musikerin Mad (Anushka Manchanda), die es sich gefallen lassen muss, vom männlichen Publikum angepöbelt und beleidigt zu werden.
Auch Freida, die Braut, muss als Fotografin immer wieder die Wahl zwischen Kunst und Kommerz treffen, wobei letzterer mit falschen Schönheitsidealen einhergeht, die Freida nicht unterstützen mag.

Die sieben Freundinnen erkunden gemeinsam die Schönheit GoasImmer wieder rückt die gesellschaftliche Lage der indischen Frau dabei in den Vordergrund. Das wird dem Zuschauer schon in der Anfangssequenz des Films klar, als die Figuren vorgestellt werden und ihre Lebenssituation geschildert wird. Alle haben mit dem offensichtlich alltäglichen Sexismus in Indien zu kämpfen. Das ist für deutsche Frauen in dieser Krassheit fast kaum nachzuvollziehen und doch erschreckend vertraut. Aber diese klare Selbstverständlichkeit, mit der die Frauen belästigt werden, als wäre es das gute Recht der Männer – das führt schon zu einem Kloß im Hals und einer geballten Faust. Und so ist es auch ein erleichterter Lacher, der einem entfährt, als eine der Figuren sehr selbstbewusst eben jene Faust benutzt, um es einem dieser Kerle mal zu zeigen. Auf die Aufforderung „Mach es mir!“ reagiert sie, indem sie ihm gestattet, seine Hände auf ihre Brüste zu legen, das aber mit einem sehr schmerzhaften Schlag und Griff in seine Weichteile quittiert.

Doch trotz dieser Probleme ist der Film unterhaltsam, lustig, voll vieler warmer Momente und wahrhaftiger Figuren mit nachvollziehbaren Lebensläufen – und doch... weiterlesen

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